Presseinformationen

Jahreshauptversammlung der Gütegemeinschaft Mehrscheiben-Isolierglas e. V [11/2006]

Troisdorf, 30. November 2006

Ein trotz turbulenter Zeiten gutbesuchtes Forum konnte Rainer Walk als Vorsitzender des Vorstandes der GMI begrüßen. Seine ersten Worte galten dem kürzlich völlig unerwartet verstorbenen Leiter der Zertifizierungsstelle der GMI, Herrn Hans H. Froelich. Die Teilnehmer verharrten in einer Gedenkminute.


Die Nachfolge wird Herr Eberhard Achenbach antreten. Walk verwies im Laufe seiner Begrüßung auch auf den Umstand, dass künftig das zehnjährige Ü-Zeichen-Intermezzo mit gesetzlich geforderter Fremdüberwachung beendet sein wird. Im kommenden Jahr wird daher die GMI die freiwillige Fremdüberwachung, dokumentiert mit dem RAL-Gütesiegel, deutlich in den Vordergrund rücken. "Die Zukunft muss heißen: Gütegesichertes, modernes Isolierglas in gütegesicherten Fenstern", so seine Worte. Walk kündigte weitergehende Marketing-Aktivitäten an, die im Zusammenschluss mit den Gütegemeinschaften rund ums Fenster umgesetzt werden sollen. Der erste konkrete Anlass gemeinsamen Marketings wird die BAU in München Mitte Januar 2007 sein.

Zum Abschluss der einführenden Worte informierte der Vorsitzende die Teilnehmer über die anstehenden Veränderungen in der Geschäftsführung. Ab Januar 2007 wird anstelle des langjährigen Geschäftsführers Rüdiger Graap Jochen Grönegräs diese Funktion übernehmen, da sich die Schwerpunkte der GMI-Arbeit verschieben. Walk dankte im Namen der gesamten Branche Rüdiger Graap für die hervorragende Arbeit und fachkompetente Vertretung der GMI in den letzten 10 Jahren.

Über die Arbeit des letzten Jahres berichtete anschließend Rüdiger Graap, insbesondere auch über die noch offenen "Baustellen ". So sind die Fakten zur Umsetzung der neuen Isolierglasnorm per 28.02.2007 klar und die neuen Güte- und Prüfbestimmungen ermöglichen die Verknüpfung der Gütezeichen Fenster und Glas.

Aber einige grundlegende Dinge, so Graap, stehen noch an. Beispielsweise eine praxisgerechte Umsetzung der DIN 1279 in der Bauregelliste, die Zusatzanforderung für die Biegezugfestigkeit, die neue DIN EN 18008, die für 2007 zu erwarten ist oder auch die ab Anfang 2007 anstehende neue DIN 1055, die einen sehr starken Einfluss auf die Glasbemessung haben wird.

Zum Abschluss bedankte sich Rüdiger Graap für das langjährige Vertrauen in seine Person und Arbeit und wünschte der Branche und seinem Nachfolger alles Gute.

Es wäre keine Hauptversammlung, gäbe es keine Regularien. So wurde der Bericht der Kassenprüfung verabschiedet, der Vorstand einstimmig entlastet. Für den ausscheidenden stellvertretenden Vorstand, Dr. Nikolas Janke, der im Saint-Gobain-Konzern andere Aufgaben übernimmt, wurde Ralf Vornholt gewählt. Vornholt ist, wie vorher Janke, im technischen Marketing der Saint-Gobain-Glass.


Der erweitere Vorstand wird künftig durch den gewählten Helmut Porschen ergänzt, der seit Jahrzehnten eine Isolierglas-Fertigung als Sanco-Partner in Düren zwischen Köln und Aachen betreibt. Die neu zu wählenden Mitglieder des Güteausschusses - Dr. Bernhard Goer, Jürgen Halbmeyer sowie Dr. Klaus Huntebrinker – wurden allesamt einstimmig bestätigt, ebenso die Kassenprüfer Klaus Weindorf und Ralf Wurth.

Ein weiteres, brisantes Regularium fand sich unter TOP 6: Beitragserhöhung. Nach Jahren der Beitragsstagnation, aber sinkender Mitgliederzahlen, ist nun der Zeitpunkt erreicht, die Beiträge anzupassen, so die Verantwortlichen. Neue Aufgaben der GMI-Öffentlichkeitsarbeit, aber auch generell steigende Kosten, so war die einvernehmliche Reaktion, verlangen diese Maßnahme. Man entschied eine einmalige Pauschalanhebung von 300,00 €/Mitglied sowie ab 2008 pro Jahr eine kontinuierliche Anpassung von 3 % jährlich. Grundsätzlich, so die Geschäftsführung, wurde bereits damit begonnen, neue Mitglieder, vor allem auch im Zulieferumfeld, zu akquirieren, um auch so die wirtschaftliche Situation weiter zu verbessern.

Ein weiterer Diskussionspunkt war die im Vorfeld zugestellten, überarbeiteten Güte- und Prüfbestimmungen der GMI, die - so Graap - durchaus noch Anregungen und Kritik vertragen und ggf. noch weiter zu überarbeiten sind. Hierzu sind alle Mitglieder aufgefordert, damit Ende Februar 2007 eine Endfassung verfügbar ist. In diesem Zusammenhang präsentierte Jürgen Halbmeyer als Obmann des Güteausschusses – stellvertretend für den verstorbenen Leiter der Zertifizierungsstelle – die Ergebnisse der Fremdüberwachung des abgelaufenen Jahres. Mit 217 Regel-, 136 Kurz- und 5.092 Fertigproduktprüfungen lagen Aufwand und Ergebnisse in etwa im gleichen Rahmen wie auch schon in den Jahren zuvor. Ausdrücklich gelobt wurde die Zusammenarbeit mit den drei Prüfinstituten ift Rosenheim, MPA Darmstadt und ZEMLABOR Beckum. Seit Jahren arbeiten die Mitglieder der GMI damit, so auch das Fazit der Institutsvertreter, auf einem konstant hohen Qualitätslevel.


Qualität, RAL und Gütebewusstsein waren auch die Schwerpunkte im Vortrag des Gastreferenten Ulrich Tschorn. Nach einer kurzen Vorstellung seiner Person als Geschäftsführer der Fensterverbände berichtete er von den Aktivitäten des VFF und dessen Gremien, die mit BF und GMI eng zusammenarbeiten. Es gibt, so Tschorn, 62 Gütegemeinschaften rund um den Bau, von denen sich 30 an einem Gemeinschaftsstand auf der BAU 2007 in München zusammengefunden haben, um das Qualitätsdenken wieder stärker in den Vordergrund zu stellen und auch den Menschen klar zu machen, dass RAL nicht nur etwas mit Farben, sondern vor allem etwas mit Qualität zu tun hat.

Die freiwillige Qualitätssicherung muss wieder stärker kommuniziert werden. Gemeinsam sind wir noch stärker, so der Tenor des Gastredners, und die enge Zusammenarbeit hat gerade erst so richtig begonnen.

Das zügige, aber erschöpfende Abarbeiten der Tagesordnung sowie die lobenswerte Kürze der Ausführungen der Referenten bescherte nicht nur den Teilnehmern viel Raum für Gespräche, sondern auch eine zeitige und zumeist zufriedene Heimreise.

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